FAQ (= frequently asked Questions) Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Flüchtlinge in Detmold

In Detmold, wie auch in anderen Kommunen in Deutschland, werden seit langer Zeit Flüchtlinge durch das Land NRW untergebracht. In den Jahren 2014 und 2015 stieg die Anzahl der geflüchteten Menschen sprunghaft an. In dem Zusammenhang haben viele Menschen Fragen. Die am häufigsten gestellten sollen hier beantortet werden.

Wie viele Flüchtlinge gibt es aktuell in Detmold?

Zurzeit leben in Detmold in städtischen Unterkünften und in Einrichtungen des Landes insgesamt rund 1.400 geflüchtete Menschen (Stand 14.3.2016). Das entspricht ca. 1,9 % der Einwohner/-innen Detmolds (ca. 72.000).

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung-(ZUE) des Landes NRW in der Adenauerstraße/Wolfgang-Hirth-Straße leben ca. 700 Menschen (Anzahl wechselt täglich), die jeweils nur 3-5 Wochen bleiben.

693 geflüchtete Menschen werden dauerhaft durch die Stadt Detmold untergebracht und betreut bis über Ihren Asylantrag entschieden wurde. Allein im Jahr 2015 sind 545 dazugekommen. Sie leben so lange in Detmold, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde.

Wie hoch ist der Anteil der minderjährigen Personen unter den Flüchtlingen, die durch die Stadt Detmold betreut werden?

Gut ein Drittel der Geflüchteten ist unter 18 Jahre alt.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Derzeit kommen die Flüchtlinge, die durch die Stadt Detmold betreut werden, hauptsächlich aus Syrien (fast ein Drittel), Irak, Afghanistan und dem Libanon/Mazedonien. Aktuell ankommende Menschen stammen überwiegend aus Syrien. Sie flohen vor Krieg oder Verfolgung und fürchten in ihrer Heimat um ihr Leben.

Wer entscheidet, wie viele Flüchtlinge nach Detmold kommen?

Diese Entscheidung trifft die Bezirksregierung Arnsberg, die die Verteilung der Flüchtlinge in NRW koordiniert.

Geflüchtete werden in den ersten Wochen des Asylverfahrens in der Regel in einer Erstaufnahmeeinrichtung  untergebracht und anschließend auf die Städte oder andere Einrichtungen in den Bundesländern verteilt. Jedes Land muss eine festgelegte Quote an Asylbegehrenden aufnehmen. Die Zahl richtet sich nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel Dieser richtet sich nach Steuereinnahmen (2/3 Anteil bei der Bewertung) und der Bevölkerungszahl (1/3 Anteil bei der Bewertung). Die Quote wird jährlich neu ermittelt. Im Jahr 2015 hat NRW die höchste Quote und Bremen die niedrigste Quote Asylsuchende aufzunehmen.
(Quelle: http://www.bmi.bund.de/)

Wo in Detmold leben die geflüchteten Menschen, die durch die Stadt Detmold betreut werden?

Zu den städtischen Unterbringungsmöglichkeiten zählen u.a. die Gemeinschaftsunterkunft in der Heldmannstraße, sowie Wohnungen in der Willi-Schramm-Straße, im Poggenpohl, Im Lindenort und in der Leistruper Waldstraße. Daneben befinden sich weitere Unterkünfte in den Ortsteilen Hakedahl, Hiddesen, Heiligenkirchen, Jerxen-Orbke, Remmighausen, Spork-Eichholz und in der Innenstadt.

Über das gesamte Stadtgebiet verteilt wurden einzelne Wohnungen durch die Stadt Detmold angemiertet, in denen Familien und Einzelreisende untergebracht sind.

Wer entscheidet, wer in den einzelnen Unterkünften in Detmold untergebracht wird?

Diese Entscheidung hängt eng damit zusammen, wer durch die Bezirksregierung Arnsberg nach Detmold geschickt wird. Erst ein paar Tage, bevor ein Bus ankommt, bekommt die Stadt Detmold Informationen darüber, ob es sich vorwiegend um Familien oder Alleinreisende handelt, und aus welchen Ländern die Menschen stammen.

Die Stadt Detmold ist im Rahmen der Verhinderung von Obdachlosigkeit gesetzlich verpflichtet, alle Menschen unterzubringen. Bei der Verteilung auf die einzelnen Unterkünfte versuchen die Mitarbeitenden der Kontaktstelle Asyl (Link), ein ausgeglichenes Verhältnis der Bewohner/-innen zu erreichen. Im Moment geht es aber auch häufig erst mal darum, überhaupt einen Platz zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund kann eine häufig von Anwohner/-innen aus der Nachbarschaft von Unterkünften gestellte Frage nicht beantwortet werden: Die Stadt Detmold weiß vorab nicht, wer untergebracht werden muss.

Wie werden Menschen in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in der Adenauerstraße betreut?

Der Arbeiter-Samariter-Bund e.V. (ASB) betreut die Adenauerstraße als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im Auftrag des Landes NRW. Betreiber ist die Bezirksregierung Detmold. In einer ZUE bleiben geflüchtete Menschen 3 – 5 Wochen bis sie auf Gemeinden oder andere Einrichtungen weiterverteilt werden. Hier werden sie bei der Ankunft und später im Klinikum medizinisch untersucht und durch das Land NRW werden die weiteren Verfahrensschritte in Deutschland festgelegt. Die Gäste leben mit bis zu 15 Menschen pro Wohnung in den ehemaligen Wohnblöcken der britischen Soldaten. Sie erhalten Essen, Trinken und ein Taschengeld.

Durch ehrenamtliches Engagement gibt es zudem eine Kleiderkammer, Angebote im Bereich Deutschkurse, Kinderbetreuung, Sport und einen Treffpunkt im Café Welcome. Wenn Sie den ehrenamtlichen Bereich unterstützen möchten, dann klicken Sie bitte hier.

Wie werden Menschen in den Unterkünften der Stadt Detmold betreut?

Hier leben Menschen, die Detmold durch das Land NRW zugewiesen sind. Sie bleiben so lange in Detmold, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde. Sie werden durch Sozialarbeiter/-innen der Stadt Detmold und zahlreiche ehrenamtliche Helfer/-innen betreut. Die Unterbringung ist unterschiedlich. Während z. B. Einzelreisende häufig in Wohnheimen als WG zusammenleben, wohnen Familien vorwiegend in Wohnungen, die durch die Stadt Detmold angemietet wurden. Da der Betreuungsbedarf am Anfang sehr hoch ist, werden die Menschen erst in Gemeinschaftshäusern untergebracht und ziehen später in Wohnungen um.

Die Stadt Detmold sucht ständig Wohnungen oder auch größere Wohneinheiten in allen Ortsteilen. Die Miete darf die ortsüblichen Kosten (Link zum Mietspiegel Detmold) nicht übersteigen. Einen Ansprechpartner für Ihr Angebot finden Sie hier

In der Umgebung der Unterkünfte in den verschiedenen Ortsteilen haben sich ehrenamtliche Helferkreise gegründet, die die Arbeit der Stadt Detmold unterstützen. Zum Teil gibt es auch Begegnungscafés. Weitere Informationen und Ansprechpersonen finden Sie hier.

Wenn ich mich engagieren oder etwas spenden will, an wen kann ich mich wenden?

Sachspenden:

Kleidung: Die Annahmestelle für die Adenauerstraße finden Sie in der Arminstraße, der Eingang ist gegenüber von Haus-Nr. 2 den Weg entlang

Aktuell werden für die Adenauerstraße überwiegend gebraucht:

  • große Handtücher
  • Tragetaschen 

für Herren:

  • Bekleidung für junge Herren ab Größe 164 bis schmale M-Größen
  • Schuhe bis Größe 44,

für Damen:

  • vor allem Leggins, schmale Hosen und lange Oberteile und Schlafanzüge bis Größe 42
  • Schuhe bis Größe 40 (keine Absatzschuhe

für Kinder:

  • Bekleidung in allen Größen (vor allem Hosen in Größe 104-128 und Schlafanzüge)
  • Kinderschuhe in allen Größen
  • Kinderwagen und Buggys

 

Für andere Spenden können Sie auch gerne einen Helferkreis in Ihrer Nachbarschaft nach ihrem Bedarf fragen: LINK

Geldspenden:

Unterstützung der Arbeit mit Flüchtlingen in Unterkünften der Stadt Detmold:
Bürgerstiftung Detmold
Spendenkonto "Detmold engagiert sich für Flüchtlinge!"
IBAN: DE37 4765 0130 1010 0594 08
Sparkasse Paderborn-Detmold

Unterstützung der Arbeit mit Flüchtlingen in der ZUE Adenauerstraße:
Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband OWL e.V.
Kennwort: "Adenauerstraße Detmold"
IBAN: DE96 3702 0500 0007 2703 00
Bank für Sozialwirtschaft

Unterstützung verschiedener Kirchengemeinden bei ihrer Arbeit mit Geflüchteten
Christliches Aktionsbündnis "Ersthilfe für Flüchtlinge"
Spendenkonto bei der Peter-Gläsel-Stiftung
Stichwort: "contact!detmold"
IBAN: DE47 4808 0020 0283 3396 00
Commerzbank Bielefeld

Unterstützung der Arbeit der Flüchtlingshilfe Lippe e.V.
IBAN: DE88 4765 0130 0046 2173 11
Sparkasse Detmold

Welche Aufgaben gibt es für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer?

 

Gefragt sind erst einmal alle Menschen, die mit Geflüchteten in Kontakt treten möchten.

Viele der Geflüchteten sprechen Englisch, aber auch mit "Händen und Füßen" kommt man erstaunlich weit. Orte der Kommunikation erfragen Sie am besten bei den Helferkreisen in Ihrer Nachbarschaft Es geht am Anfang um die Unterstützung beim Ankommen. In der Adenauerstraße begleiten Ehrenamtliche die neu eingetroffenen Flüchtlinge in ihre Zimmer und erklären, wo es etwas zu essen gibt, wo sie Ansprechpartner im Notfall finden, usw. ("Guiding": Kontakt ASB) In den städtischen Einrichtungen geht es darum, die Menschen bei ihren ersten Schritten (z. B. Einkaufen von Lebensmitteln) zu begleiten. Neben dem Austausch darüber, wie Deutschland eigentlich funktioniert, welche Regeln anders sind als im Heimatland, gibt es auch ganz spezielle Angebote für Ehrenamtliche und Geflüchtete.

Deutschunterricht: Bevor die offiziellen Kurse für die neu Angekommenen starten, ist die kleine Hilfe gefragt. Auch ohne viel Ausbildung können die Grundlagen vermittelt werden. Hier werden Lehrerinnen und Lehrer sowohl in der Adenauerstraße als auch bei den Helferkreisen in den Ortsteilen gesucht.

Sport: In Detmold gibt es bereits Sportvereine, die ihre Angebote explizit für Geflüchtete Menschen öffnen und dabei auch Unterstützung durch die Stadt Detmold bekommen. Informationen erhalten Sie bei Ulrike Danesh. Spezielle Angebote für die Gäste der Adenauerstraße (z. B. Fußball, Gymnastik für Frauen, Training an gespendeten Fitnessgeräten) werden durch den ASB organisiert.

Kinderbetreuung: Basteln, Musik machen, Deutschunterricht, Waffeln backen: über die Aktionen mit Kindern findet spielerisch ein Einleben in Deutschland statt. Sowohl bei den Unterstützerkreisen als auch in der Adenauerstraße gibt es Angebote, die immer Freiwillige suchen!

 

Kontakte

Unter dem folgenden Link finden Sie die Anprechpartner/-innen rund um das Flüchtlingsthema in Detmold.

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