Konzeptwettbewerb Wolfgang-Hirth-Straße

Rahmendaten und Planungsziele

Die Flächen zwischen Adenauerstraße und Wolfgang-Hirth-Straße liegen in der ehemaligen Britensiedlung rund 1,5 km von der Innenstadt entfernt in gut integrierter Lage. 

Im Rahmen eines Konzeptwettbewerbs mit anschließender Verhandlungsvergabe sollen die Flächen an einen Investor veräußert werden, der  sich zur Umsetzung bestimmter Qualitätsvorgaben verpflichtet. Wesentliche Ziele sind die Schaffung eines lebendigen neuen Viertels, die Umsetzung einer hohen städtebaulichen und architektonischen Qualität unter Berücksichtigung hoher sozialer, ökologischer und technischer Standards.

Insgesamt wird eine Fläche von 10.183 m² überplant. Aktuell befinden sich hier acht Mehrfamilienhäuser und im nördlichen Teil ein Garagenhof. Ein Flächenanteil von rund 8.000 m² soll im Rahmen des Verfahrens an einen Projektträger veräußert werden, der sich zur Errichtung von Wohngebäuden mit ergänzenden Nutzungen verpflichtet.

Eine Fläche von 2.195 m² wird als öffentliche Grünfläche hergerichtet. Die Lage dieser öffentlichen Grünfläche ist nicht festgeschrieben. Konzeptionelle Vorschläge zur Einbindung der Grünfläche im Rahmen des Konzeptwettbewerbs sind erwünscht. 

Es sollen mindestens 60 Wohnungen (davon 40 geförderte) mit einem Wohnungstypenmix (für Singles, Paare, Familien, besondere Wohnformen) in einem Gebäudeensemble mit ansprechender architektonischer und freiräumlicher Gestaltung geplant werden. Neben der Herstellung von Wohnungen ist die Aufnahme ergänzender Angebote in das Raumprogramm erwünscht. Hierbei sollte es sich vorwiegend um gemeinschaftlich durch die Mieter*innen nutzbare Räume handeln, ergänzt werden können jedoch auch z.B. Büroräume für ambulante Versorgungsstrukturen (Tagespflege) zur Versorgung der Britensiedlung.

Für die Realisierung des Hochbaus werden innovative Konzepte für nachhaltig orientierte Gebäude erwartet. Es wird angeregt, zum Beispiel eine Modul- oder Holzbauweise vorzuschlagen. Eine Konzeptidee könnte auch den Einsatz von recycelten Baustoffen bzw. von recycelfähigen Baustoffen verfolgen. Ideen eines besonderen Parkraumkonzeptes, eines Energiekonzepts, Maßnahmen zur Klimaanpassung oder auch für das Wassermanagement sollten vorgeschlagen werden. Begrünte, mit Photovoltaik genutzte Dächer sind wünschenswert. Für die wohnungsnahen halböffentlichen und privaten Räume soll ein Freiraumkonzept erarbeitet werden. Ein eigenes Gestaltungskonzept aus halböffentlichen und privaten Grünräumen mit der Vernetzung zum öffentlichen Freiraum wird erwartet. Die Aufnahme auch anderer Outdoor-Nutzungen, z. B. Urban Gardening, Mietergärten, Fitness-Parcours, Flächen für Jung und Alt etc. in die Freiraumplanung wird hierfür vorgeschlagen.

Mit dem Projekt soll die Möglichkeit eröffnet werden, gemeinschaftlich zu wohnen und zu leben. Die genaue Konstellation der Projektträgerschaft bleibt daher bewusst offen. Wünschenswert ist eine Gemeinschaft aus Investoren, einem Wohnungsbauunternehmen oder einer Genossenschaft mit einem oder mehreren Architekten. Wünschenswert  ist auch, dass in einem Teilbereich Flächen für eine Baugruppe mit Gemeinschaftseigentum vorgehalten werden. Wesentlich ist die Einhaltung der Vorgabe, 40 Sozialwohnungen innerhalb der Umsetzungsfrist bis zum 02. November 2024 (wird voraussichtlich noch weiter verlängert) zu errichten.

Es besteht sowohl die Möglichkeit, die Bestandsgebäude (teil-)abzureißen als auch diese zu sanieren. Die Option, die Gebäude zu erhalten und zu sanieren, wird grundsätzlich offen gehalten, sofern sich die Umsetzung einer qualitätsvollen Planung im Sinne der Vorgaben des Auswahlverfahrens wirtschaftlich darstellen lässt.

Informationen zum Verfahren

Die Qualität des Konzeptes soll letztendlich im Vordergrund der Vergabeentscheidung stehen. Das beste inhaltliche Konzept für eine nachhaltige, lebendige sowie innovative Quartiersentwicklung mit hohen Freiraumqualitäten begründet letztendlich die Vergabeentscheidung.Der Konzeptwettbewerb teilt sich in die Stufe 1 „Präqualifikation“ (Prüfung der Eignungskriterien der Bewerber*innen) und die Stufe 2 „Konzeptbewertung“ (Einreichung der Projektvorschläge und anschließende Bewertung durch ein Gremium auf der des Kriterienkatalogs/der Bewertungsmatrix) auf. Im Rahmen der Bewertung werden die Beiträge in eine Rangfolge gebracht. Ziel ist es, drei bestbewertete Konzepte zu ermitteln. Mit der Auswahl der drei besten Konzepte ist der Konzeptwettbewerb abgeschlossen.

Die „Verhandlungsvergabe zum Grundstückserwerb und zur Konzeptrealisierung“ bildet die Stufe 3 des Verfahrens. Die drei Bewerber*innen, die die beste Bewertung erhalten haben, werden zu Verhandlungsgesprächen eingeladen. Hier erfolgt eine Verhandlung und Überarbeitung der Konzepte mit anschließender erneuter Bewertung anhand der Bewertungsmatrix. Der in Stufe 3 letztlich ausgewählte Projektträger verpflichtet sich im Rahmen des Kaufvertrags und eines städtebaulichen Vertrags zur Einhaltung und Umsetzung der sich aus dem Vergabeverfahren ergebenden Qualitätsvorgaben bei der Errichtung des konzipierten Wohnraums.

Das Grundstück wird zum Festpreis veräußert. Dieser entspricht dem verbilligten Kaufpreis, der seinerzeit im Kaufvertrag zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Stadt Detmold vereinbart wurde. Damit verbunden ist die Verpflichtung, mindestens 40 Sozialwohnungen bis zum 02. November 2024 zu errichten. Im Rahmen des Kaufvertrags wird ein Betrauungsakt vorgenommen, um die sich aus dem Kaufvertrag mit der BImA ergebenden Verpflichtungen und Verbilligungen auf den Erwerber zu übertragen.

Ihre Ansprechperson

Frau Evelin Chabrowski

Projektleitung Konversion
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