Lückenschluss für Detmolds "grünes Band" kann beginnen

Detmolds "grünes Band" durch das Stadtgebiet kann weiter ausgebaut werden: Aus dem Programm "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" hat die Stadt Detmold jetzt eine Förderzusage in Höhe von 3,3 Millionen Euro und damit eine 75-prozentige Förderung für ihre geplanten Projekte vom Bund erhalten. 

Mit dem Geld sollen in der Stadt sogenannte "Pocketparks" entstehen und der ehemalige Barockpark vor dem Lustschloss am Friedrichstal umgestaltet werden.

"Wir freuen uns sehr über diese Förderzusage, denn sie ermöglicht uns die Umsetzung wichtiger städtebaulicher Maßnahmen für die Zukunft und für den Klimaschutz", sagt Thomas Lammering, Technischer Beigeordneter der Stadt Detmold, der den Förderantrag gemeinsam mit der Leiterin des LWL-Freilichtmuseums in Detmold, Dr. Marie Luisa Allemeyer, erarbeitet hatte.

Das grüne Band nimmt gedanklich am Kaiser-Wilhelm-Platz seinen Anfang, führt über den Schlossplatz und im weiteren Verlauf künftig durch bis zu drei Pocketparks hin zum Palaisgarten, weiter zur Inselwiese und schließlich bis zum künftigen "Zukunfts-Lust-Park Friedrichstal". Beide geförderten Projekte haben das Ziel, mehr Grün im Stadtraum zu schaffen und diese mit bereits vorhandenen Grünbereichen zu verknüpfen.

2025 will die Stadt Detmold den ersten Pocketpark auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Töberich nahe dem Hasselter Platz (hinter Café Outback) errichten. Weitere Standorte werden noch zu bestimmen sein. Thomas Lammering: "Die in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend versiegelten Straßen, Gassen und Plätze erhalten dadurch wieder grüne Akzente, die das oft verloren gegangene Wechselspiel von Garten- und Baukunst wieder in Erinnerung rufen". Klimatisch betrachtet, so Lammering, stellen dezentrale Grünoasen auch Hitzeschutz-Plätze dar. Die Einrichtung von Pocketparks im Kernstadtbereich sei ein Prozess, den man über Jahre weiterdenken und perspektivisch auch in Detmolds Ortsteilen verwirklichen könne.

Die Förderzusage aus Berlin freut auch Bürgermeister Frank Hilker: "Mit den Mitteln schaffen wir nun weitere grüne Oasen in der Innenstadt und stärken die Verbindung zum LWL-Freilichtmuseum. Dies bringt uns bei der Anpassung an den Klimawandel weiter voran und führt gleichzeitig zu einer weiteren Steigerung der Aufenthaltsqualität in unserer Stadt", so Hilker. "Die aktuellen Ereignisse in Süddeutschland und unsere eigene leidvolle Erfahrung mit Hochwasser aus dem vergangenen Jahr zeigen, wie wichtig das ist." Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass auch die einmalige Kooperation mit dem LWL Freilichtmuseum zu dem Erfolg geführt hat.

Das etwa 1,5 Hektar große Areal, auf dem der Zukunfts-Lust-Park Friedrichstal entstehen soll, flankiert das zukünftige Eingangs- und Ausstellungsgebäude des LWL-Freilichtmuseums. Ursprünglich lag das Gelände im Eigentum des lippischen Fürstenhauses. Es wurde als Lustgarten, Tierpark und Jagdgebiet genutzt. In dieser Zeit entstand das ehemalige Lustschloss der Fürstenfamilie samt barocker Parkanlage. Letztere verband das Lustschloss mit der Inselwiese. Von dort wiederum führte der Friedrichstaler Kanal bis in die Innenstadt und verband so das Residenzschloss mit der Sommerfrische.

Der "Zukunfts-Lust-Park Friedrichstal" wird - wie das neue Eingangsgebäude des Freilichtmuseums - frei zugänglich sein. "Der Park wird das LWL-Landesmuseum für Alltagskultur noch stärker als bisher mit dem Stadtraum verknüpfen. Die attraktive Flaniermeile am Friedrichstaler Kanal zieht sich dann bis zum Freilichtmuseum. Die Gestaltung des "Zukunfts-Lust-Park Friedrichstal" wird Anknüpfungspunkte zur Historie bieten und zugleich innovative Konzepte umsetzen, wie ein öffentlich zugänglicher Park biodiversitätsfördernd und klimaangepasst sein kann. Er soll Lust machen auf die Zukunft und darauf, die Zukunft mitzugestalten" - so Museumsdirektorin Dr. Marie Luisa Allemeyer.

Doch bevor die Umsetzung voraussichtlich im Jahr 2026 beginnt, schreibt der Landschaftsverband-Westfalen-Lippe zunächst einen entsprechenden Wettbewerb aus.

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger erläutert dies: "Es ist uns sehr wichtig, dass Konzept und Gestaltung des Parkes zeitgemäß und zukunftsweisend sind. Ein Park kann heute schon allein aufgrund des veränderten Klimas nicht mehr so gestaltet sein wie vor 300 Jahren. Vor allem geht es uns aber darum, nicht nur auf den Klimawandel zu reagieren, sondern auch aktiv Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung und zum Klimaschutz umzusetzen und genau das auch unseren Besuchenden zu vermitteln. Als größtes Freilichtmuseum Deutschlands mit jährlich 200.000 Gästen haben wir ein sehr großes Multiplikationspotenzial, das wir mit dem "Zukunfts-Lust-Park Friedrichstal" nutzen möchten. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt im Verbund mit der Stadt Detmold umsetzen können!"

Bildunterzeile: Das Luftbild zeigt den Ort, an dem die Stadt Detmold im kommenden Jahr den ersten Pocketpark auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Töberich nahe dem Hasselter Platz (hinter Café Outback) errichten wird. Foto: Stadt Detmold