We fly the European Flag
Europatage Detmold
Jugend gestaltet Europa aktiv mit – Erfolgreiche internationale Begegnung bringt Ideen für Konzert hervor
„Das ist gelebte Partizipation – die Jugendlichen haben gezeigt, dass sie Europa nicht nur erleben, sondern aktiv mitgestalten wollen", zeigte sich Sophie Gurcke, eine der Jugendleiterinnen, begeistert. Die Jugendbegegnung "We fly the European flag" habe eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie lebendig europäischer Austausch auf kommunaler Ebene sein kann. Jugendliche aus Detmold, Hasselt (Belgien) und Oraiokastro (Griechenland) kamen vom 7. bis 11. Mai, im Rahmen der Detmolder Europatage und des 50jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Hasselt, zusammen. Die Begegnung wurde von der Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Runder Tisch trägt Früchte
Herzstück der Jugendbegegnung war ein Runder Tisch am Freitag, 8. Mai, in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Von 11 bis 13 Uhr diskutierten die Teilnehmenden mit Bürgermeister Frank Hilker, GSG-Schulleiter Christoph Trappe, EU-Vertreter Dr. Justus Schönlau sowie mit dem griechischen Politiker Anestis Polychronidis über die Fragen: Welche Ziele haben die europäischen Jugendlichen? Und wie helfen hier die Städtepartnerschaften?
Die jungen Menschen, die in ihren Heimatstädten bereits in Jugendräten aktiv sind oder Erfahrungen in politischer Jugendpartizipation gesammelt haben, brachten ihre Perspektiven und Ideen ein. Die Hauptfragerichtung an die politischen Vertreter war: Wie können sich Jugendliche auf den verschiedenen politischen Ebenen Gehör verschaffen? Und wie können aus Ideen konkrete Projekte entstehen?
Schönlau, als Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen in Brüssel, berichtete aus seiner Erfahrung, dass die Politik sehr daran interessiert sei, dass sich Jugendliche einbringen, da allen Parteien Nachwuchs fehle. Wichtig sei jedoch, dass die Themen nicht als Wünsche Einzelner präsentiert würden, sondern die Interessen Vieler behandeln würden. Gerade hier seien Schulaustausche, Jugendbegegnungen und Städtepartnerschaften wichtig, da sie sehr gute Möglichkeiten seien, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen.
„Dass über Jugendpartizipation nachgedacht wird und junge Menschen dies einfordern, ist eine großartige Entwicklung“, betonte Zygmund Krzywania, ehemaliger Leiter der Tourist Information Hasselt. „Als ich jung war, gab es dieses Wort noch überhaupt nicht!“
Auf eine bestehende, gut funktionierende Schulpartnerschaft mit Hasselt kann auch die Geschwister-Scholl-Schule bei kommenden Projekten aufbauen. In der Diskussion wurde die Idee eingebracht, den internationalen Austausch mit Themen zu verknüpfen, für die sich Jugendliche begeistern. Als Beispiel der Hasselter Gäste wurde das Musikfestival ihrer Heimatstadt Pukkelpop genannt.
Daraus entwickelten die Jugendlichen gemeinsam mit Bürgermeister Hilker die Idee, im Jahr 2027 rund um die Europatage ein Konzert für Detmolder Jugendliche zu gestalten, das gleichzeitig internationale Gäste willkommen heißt.
Kulturelle Vielfalt beim Ortsteilfest
Auch beim Ortsteilfest in Hiddesen am Samstag, 9. Mai, setzten die internationalen Gäste ein deutliches Zeichen europäischer Zusammenarbeit. Die Jugendlichen beteiligten sich aktiv am Bühnenprogramm: als Background-Tänzer beim Auftritt des Hasselter Künstlers Jos Tuts und mit eigenen kulturellen Darbietungen.
Mit traditionellen Tänzen aus ihren Heimatländern sowie aus befreundeten Nationen begeisterten sie die Besucherinnen und Besucher und regten zum Mitmachen an. Die Mischung aus europäischer Vielfalt und lokaler Tradition sorgte für ausgelassene Stimmung beim Festakt. „Die Jugendbegegnung "We fly the European flag" hat gezeigt: Städtepartnerschaften leben durch die aktive Einbindung junger Menschen“, betonte Gurcke abschließend.


