Zum Hauptinhalt springen

Aktuelles

Herzliche Begegnungen

Erstellt von Thorsten Engelhardt | | Stadtleben

Umfangreiches Programm und herzliche Begegnungen prägen die Europatage in Detmold

Internationale Feiern in Detmold 2026 stehen ganz im Zeichen der 50-jährigen Partnerschaft zur belgischen Stadt Hasselt

Detmold. Die Europatage in Detmold vom Freitag, 8. Mai und Samstag, 9. Mai, waren geprägt von vielen Veranstaltungen unterschiedlichen Charakters: fröhlichen Begegnungen auf dem Europäischen Markt, einem feierlichen Empfang zur 50-jährigen Partnerschaft zwischen Hasselt und Detmold im Landestheater und einer großen Party beim Ortsteilfest und europäischen Fest, eingebettet in das Hiddeser Dorffest, an dem insbesondere die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer parallel laufenden Jugendbegegnung aus den Par-nerstädten Hasselt, Saint-Omer, Oraiokastro und Detmold zeigten, was in ihnen steckt.

Der 9. Mai ist als Europatag in Detmold traditionell der Tag der Partnerschaften, die Detmold mit Hasselt (Belgien), Saint-Omer (Frankreich), Savonlinna (Finnland), Oraiokastro (Griechenland) und Zeitz in Sachsen-Anhalt pflegt. Zum oberitalienischen Verona besteht zudem eine Freundschaft. Im Mai 1976 wurde in Hasselt die Partnerschaftsurkunde zwischen Detmold und der Limburger Hauptstadt unterzeichnet. Sie ist eine von 115 Partnerschaften zwischen belgischen und deutschen Städten, war seinerzeit die 60. Und dennoch keine Selbstverständlichkeit: Nach engen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien im 19. Jahrhundert, brachten die deutschen Einmärsche zu Beginn des 1. Weltkriegs und im Zweiten Weltkrieg mit anschließenden drakonischen Besatzungsregimen das Verhältnis der beiden Länder auf einen Tiefpunkt. Dennoch gehörte Belgien zu den ersten Staaten, die wieder diplomatische Beziehungen zu Deutschland aufnahmen, berichtete Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink am Freitag in einem Vortrag zur deutsch-belgischen Geschichte. Sie gab damit einen historischen Rahmen, in den die Partnerschaft Hasselt-Detmold eingeordnet werden kann. 

Theater stand am Anfang der Partnerschaft

Diese Partnerschaft beruhte auf Gastspielen des Landestheaters Detmold in Hasselt. An der Bühne wirkte damals ein junger Sänger aus Hasselt, der die Anregung für den ersten Abstecher in seine Heimatstadt gab. Nach „990 Tagen Verlobungszeit“, so schilderte es Peter-Uwe Witt, der schon damals dem Ensemble des Landestheaters angehörte, mündete dieser kulturelle Austausch in die Partnerschaft, die danach von breitem bürgerschaftlichem Engagement getragen wurde. Genau darin bestehe der Sinn einer solchen Jumelage, bekräftigte Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier, der Hasselter Ehrenbür-ger ist. Die Partnerschaft müsse den Kontakt zwischen Menschen dienen. 
„Das ist Europa im besten Sinne: nicht nur ein politisches Gemeinschaftsprojekt, sondern ein gelebtes Miteinander“, unterstrich Detmolds Bürgermeister Frank Hilker. „Lassen Sie uns diesen Geist auch weiterhin pflegen: neugierig auf andere Kulturen bleiben, ohne Vorurteile aufeinander zugehen und die gemeinsamen Werte stärken, die Europa tragen.“ Mehr denn je riefen die künftigen Herausforderungen dazu auf, über Grenzen hinweg zu kooperieren, nahm der Hasselter Bürgermeister Steven Vandeput den Ball auf. „Unsere Partnerschaft zeigt, dass das nicht nur möglich ist, sondern fruchtbar und bereichernd.“ 

Europäischer Markt zeigt Vielfalt

Fröhlich und international ging es beim Europäischen Markt vor der Rosental-Galerie zu, bei dem sich nicht nur die Hasselter mit ihrer Spezialität Genever präsentierten, sondern auch die anderen Partnerschafts- und Auslandsgesellschaften, die Europaunion und die Europaschulen. Auch der afghanische Kulturverein und die muslimische Gemeinde waren vertreten. Hans-Hermann Jansen und ein Europachor sowie das Akkordeonensemble der Johannes-Brahms-Musikschule bereicherten den Markt mit Darbietungen. 

Mäntelchen am Borrelmanneke

Zuvor hatten die Hasselter und Detmolder gemeinsam den neu gestalteten Hasselter Platz besucht und wieder eröffnet. Wie es in Hasselt Tradition ist, wurde dem Borrelmanneke, der Brunnenfigur auf dem Platz, dabei von der Hasselter Beigeordneten (Schaepin) Karolien Mondelaers ein Mäntelchen umgelegt. Das Borrelmanneke war ein Geschenk der Stadt Hasselt an Detmold. Das Original steht in Hasselt und symbolisiert Wirtschaftskraft, Fleiß und Unternehmergeist genauso wie Fröhlichkeit und Geselligkeit. Es deutet auf den Ursprung des Hasselter Wohlstands hin, der in der Geneverproduktion und der Viehzucht zu finden ist. Die ursprüngliche Anlage des Hasselter Platzes in Detmold geht dabei auf eine Initiative des Partnerschaftsvereins Detmold-Hasselt zurück. 
Das Europafest in Hiddesen führte alle diese Stränge dann zusammen und demonstrierte, wo die von den Bürgermeistern Vandeput und Hilker beschworene Zukunft der Partnerschaften liegt: bei den jungen Menschen der Jugendbegegnung, die sich schon am Freitag in einer Podiumsdiskussion ernst mit Beteiligungsmöglichkeiten auseinandergesetzt hatten und nun mit internationalen Tänzen zeigten, dass über Grenzen hinweg gemeinsam sehr gut gefeiert werden kann. Einen Partner fanden sie dabei im Hasselter Entertainer Jos Tutz und seinen Liedern. Gemeinsam brachten sie das Festzelt in Hiddesen zum Beben. 
Der letzte offizielle Akt des 50. Partnerschaftsgeburtstags griff noch einmal zurück auf die Anfänge der Verbindung. Die Bürgermeister Steven Vandeput und Frank Hilker ehrten gemeinsam Menschen, die sich um diese Beziehungen sehr verdient gemacht hatten: Auf Detmolder Seite waren dies Peter-Uwe Witt und Friedrich Brakemeier, auf Hasselter Seite Marie-Berthe Krzywania, Zygmund Krzywania, Karolien Mondelaers und nicht zuletzt Piet Jaspaert. Er war in 1973 der Direktor vom Hasselter Kulturzentrum und hatte den ersten Kontakt mit Otto Röhler, stellvertretender Intendant vom Landestheater Detmold.

Ergänzungsstück

Detmolder Ortsteilfest in Hiddesen mit viel Musik

Die Stadt Detmold verbindet mit dem Europafest und dem Ortsteilfest, die am selben Tag stattfinden und ineinander übergehen, die internationalen Kontakte mit dem Leben in den Detmolder Ortsteilen. In diesem Jahr war Hiddesen mit seinem Heimatverein der Gastgeber beider Veranstaltungen, die eingebettet waren in das Hiddeser Dorffest. Unterschiedliche Gruppen prägten das Programm, Hiddeser Vereine und Institutionen präsentierten sich, die Band „Krawallo“ spielte und Max Jenkins und seine Jugendchöre zeigten, wie viel Power in ihnen steckt. Gemeinsam mit dem Hiddeser Ortsbürgermeister Gerd Töpper und dem Heimatvereinsvorsitzenden Cord Brüning ehrte Bürgermeister Frank Hilker fünf Hiddeserinnen und Hiddeser, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im Ort engagieren. Ausgezeichnet wurden: Ute Gretenkord als Seele des Büchereivereins und der Freibadinitiative Hiddesen; Toni Möller als Gestalter und Vorbild der Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Hiddesen; Helmut Huneke, Ehrenvorsitzender des Farnclubs, Mitautor des Hiddesen-Buches, Initiator der Besuche bei Seniorinnen und Senioren zu Weihnachten und vieles mehr; Wilfried Kampmeier, „lebende Vereinslegende“ des VfL Hiddesen mit 77 Jahren Mitgliedschaft, 50 Goldenen Sportabzeichen und breitem Engagement für den Sport sowie Achim Voigt als Institution im Kinder- und Jugendturnen. Er schenkte dem Heimatverein ein großes Mosaikwappen für Hiddesen, das vor Jahrzehnten angefertigt und von ihm verwahrt und aufgearbeitet worden war. 

Pressemitteilung der Stadt Detmold

 

Zurück
Hans-Hermann Jansen und sein Chor auf dem Europäischen Markt in Detmold
Hans-Hermann Jansen und sein Chor animieren zum Mitsingen.
Schaepin Karolien Mondelaers, Bürgermeister Frank Hilker und sein Hasselter Amtskollege Steven Vandeput präsentieren das Borrelmanneke mit seinem Mäntelchen auf dem Hasselter Platz in Detmold.
Schaepin Karolien Mondelaers, Bürgermeister Frank Hilker und sein Hasselter Amtskollege Steven Vandeput präsentieren das Borrelmanneke mit seinem Mäntelchen.
Entertainer Jos Tuts aus Hasselt und die Jugendlichen aus den Partnerstädten auf der Bühne im Festzelt während des Europäischen Marktes
Partyalarm: Entertainer Jos Tuts aus Hasselt und die Jugendlichen aus den Partnerstädten bringen Stimmung ins Festzelt.
Wilfried Kampmeier, Ute Gretenkord, Toni Möller, Helmut Huneke und Achim Voigt präsentieren gemeinsam mit Bürgermeister Frank Hilker, Vereinsvorsitzendem Cord Brüning und Ortsbürgermeister Gerd Töpper das Hiddeser Wappen.
Wilfried Kampmeier, Ute Gretenkord, Toni Möller, Helmut Huneke und Achim Voigt präsentieren gemeinsam mit Bürgermeister Frank Hilker, Vereinsvorsitzendem Cord Brüning und Ortsbürgermeister Gerd Töpper das Hiddeser Wappen.