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Aktuelles

Hasselter Platz

Erstellt von Daniela Lang | | Politik und Rathaus

Chance für Teilhabe an einem anderen Ort 

Stadt richtet gemeinsam mit weiteren Akteuren neuen Treffpunkt für die Gruppe am Hasselter Platz ein.

Detmold. Zum Miteinander in einer Stadt gehört es, als Gesellschaft einen Umgang mit eher am Rand stehenden Gruppen zu finden, die wie alle Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf Teilhabe am öffentlichen Raum haben. Weil viele Akteurinnen und Akteure, vor allem aus dem sozialen- und Ordnungsbereich, hier an einem Strang ziehen, gelingt dies in Detmold in aller Regel sehr gut. Schwierig wird es, wenn Menschen sich durch den Lebensstil und das Verhalten einzelner Gruppen in ihrer persönlichen Lebensgestaltung oder wirtschaftlichen Betätigung erheblich eingeschränkt sehen. Auch dann ist es Aufgabe der koordinierenden städtischen Verantwortlichen, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die ein gutes Miteinander aller Beteiligten ermöglichen.

Vor dem Hintergrund wiederkehrender Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern über das Verhalten der Menschen, die seit geraumer Zeit den Hasselter Platz als Treffpunkt nutzen, geht die Stadt Detmold gemeinsam mit der Herberge zur Heimat und der Polizei nun einen neuen Weg: Von der kommenden Woche an wird an der Bielefelder Straße ein Treffpunkt für die Gruppe vom Hasselter Platz hergerichtet.

Auf dem geschotterten Parkplatz neben dem Haus Bielefelder Str. 3 wird der Raum von sechs Parkplätzen abgegrenzt, um einen wetterbeständigen Unterstand aus Metall aufzubauen, der zu den angrenzenden Gebäuden durch einen Sichtschutz abgetrennt wird. Der Bereich wird mit Blumenkübeln ausgestattet. Damit der Aufenthalt dort über mehrere Stunden möglich ist, wird eine geschlossene mobile Toilette installiert. Auf dem Parkplatz wird ein Lichtmast mit zwei Strahlern aufgestellt, um die Fläche bestmöglich auszuleuchten und das subjektive Sicherheitsgefühl der Anliegerinnen und Anlieger, Passantinnen und Passanten sowie der Platznutzerinnen und -nutzer zu verbessern. Sobald der Platz fertiggestellt ist, werden die Beteiligten mit dem Bürgermeister der Gruppe am Hasselter Platz erklären, dass nun der neue Treffpunkt zur Verfügung steht und der Hasselter Platz infolge gesperrt wird. Im Anschluss soll der Platzwechsel erfolgen.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurden in dieser Woche Anliegerinnen und Anlieger über das Vorhaben informiert. Neben Mitarbeitenden des Fachbereichs Städtische Betriebe und Ordnung, des Kommunalen Ordnungsdienstes und aus dem Bereich Soziales nahmen auch die Kreispolizei Lippe und Vertreterinnen und Vertreter der Detmolder Herberge zur Heimat an der Veranstaltung teil, um Fragen der Anwesenden zu dem Vorhaben zu beantworten. Dabei legte Thorsten Engelhardt, Referent des Bürgermeisters und Leiter des Referats Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Detmold, als Moderator der Veranstaltung besonderen Wert darauf, dass die Verantwortlichen auch künftig jederzeit für Anliegerinnen und Anlieger ansprechbar bleiben und aktiv werden, sollte es zu Störungen kommen.

Zum Hintergrund:

Bürgermeister Frank Hilker selbst war mehrmals persönlich am Hasselter Platz vor Ort, um das unmittelbare Gespräch zu suchen. Das Ergebnis dieser Gespräche war, dass ein anderer Ort, der etwas weniger „Präsentierteller“ ist als der Hasselter Platz, auch für die Gruppe selbst eine wünschenswerte Alternative ist. 

„Wir haben die Situation gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren aus der Ordnungspartnerschaft analysiert und verschiedene Alternativorte geprüft“, erläutert Frank Hilker. „Klar ist, dass es keinen einzigen Ort gibt, mit dem wir es allen recht machen können. Deshalb bitte ich die Detmolderinnen und Detmolder darum, dem Vorhaben nun eine Chance zu geben und den neuen Treffpunkt nicht von vornherein kaputt zu reden“, so der Bürgermeister weiter. Ziel der Stadt Detmold sei es, eine faire Balance aus Sicherheit, Zugänglichkeit und Teilhabe zu erreichen. Deshalb werde auch der neue Treffpunkt engmaschig von allen Verantwortlichen der Ordnungspartnerschaft aufgesucht und kontrolliert.

Ob das Angebot dauerhaft angenommen wird, lässt sich erst im laufenden Monitoring sicher bewerten. Frank Hilker appelliert: „Lassen Sie uns zwei, drei Monate gemeinsam vorurteilsfrei Erfahrungen sammeln. Wir bleiben im Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden und allen Beteiligten und passen das Vorgehen gegebenenfalls an.“

Der Hasselter Platz wird nach dem Umzug der Gruppe zunächst für die Öffentlichkeit gesperrt und für das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum mit der Stadt Hasselt im Mai neu hergerichtet.

Pressemitteilung der Stadt Detmold

 

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Foto des Treffpunkts für die Gruppe vom Hasselter Platz
An der Bielefelder Straße wird ein Treffpunkt für die Gruppe vom Hasselter Platz hergerichtet. Foto: Stadt Detmold