Europatage/ -Wochen

Europawoche 2018

"Europa erlebenswert - europäischer Kultur begegnen" 
Spurensuche nach der kulturellen Identität Litauens

Im Rahmen der diesjährigen Europatage haben die Bürger und Bürgerinnen aus Detmold mit Gästen aus Kaunas und Vilnius, Litauen und Zeitz die Möglichkeit zusammenzutreffen und sich auf die Spurensuche nach gemeinsamen kulturellen Werten zu begeben. Im Mittelpunkt der europäischen Bürgerbegegnung wird der 150ste Geburtstag von Dr. Wilhelm Storost-Vydunas stehen, einem preußisch-litauischen Lehrer, Dichter, Philosophen und Humanisten, der sich insbesondere für die deutsch-litauische Völkerverständigung einsetzte und 1953 in Detmold verstarb. Er widmete sich Zeit seines Lebens der Völkerverständigung und gilt mit seinen Werken als Vordenker der europäischen Idee. Sein Lebensziel war es, mit der Idee des Humanismus die Gegensätze unter den Völkern friedlich zu überwinden. Vydunas wird bis heute in Litauen als Hüter der litauischen Kultur hoch verehrt. Das Parlament der Republik Litauen, der Seimas, hat das Jahr 2018 zum Vydunas-Jahr erklärt.

Auf Initiative der Stadt Detmold, des Kreises Lippe, der Lippischen Landeskirche und der Vydunas Gesellschaft in Litauen wird Wilhelm Storost Vydunas in Detmold mit einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel an der Burse, einem seiner beiden letzten Wohnorte in Detmold, sowie einer Gedenkfeier geehrt werden. Darüber hinaus wird in einem Stadtrundgang und in einem Vortrag das Leben und die besondere Rolle von Vydunas im deutsch-litauischen Kontext vorgestellt.

Das Konzert "So klingt Europa! So klingt Litauen" öffnet den Weg zur litauischen Kultur auf musikalischen Weg.Als Solistin konnte die litauische Pianistin Sandra Urba gewonnen werden.

Während der Europatage werden ebenso die nationalen Wurzeln von Sprache und Literatur in den gemeinsamen europäischen Kontext gesetzt und ihre Bedeutung für die Europäische Union von heute herausgearbeitet. Ziel ist es, das wertschätzende Zusammenleben zwischen den Völkern und Bürgern Europas unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen zu stärken.

Impressionen der Europawoche 2018

 

Spurensuche und kulturelle Identität

Gedenken an Wilhelm Storost-Vydunas

Im Rahmen der diesjährigen Europawoche standen Litauen und Wilhelm Storost-Vydunas im Mittelpunkt. Unter dem Titel "Spurensuche und kulturelle Identität" begaben sich rund 30 Mitglieder der litauischen Vydunas-Gesellschaft gemeinsam mit weiteren europäischen Gästen und Detmolder Bürgerinnen und Bürgern auf die Spurensuche nach gemeinsamen kulturellen Werten.

Dr. Wilhelm Storost-Vydunas war ein preußisch-litauischen Lehrer, Dichter, Philosoph und Humanist, der sich insbesondere für die deutsch-litauischen Beziehungen einsetzte und 1953 in Detmold verstarb. Er widmete sich Zeit seines Lebens der Völkerverständigung und gilt mit seinen Werken als Vordenker der europäischen Idee. Sein Lebensziel war es, mit der Idee des Humanismus' die Gegensätze unter den Völkern friedlich zu überwinden. Vydunas wird bis heute in Litauen als Hüter der litauischen Kultur hoch verehrt. Das Parlament der Republik Litauen hat das Jahr 2018 aus Anlass seines 150. Geburtstag zum Vydunas-Jahr erklärt.

Auf Initiative der Stadt Detmold, des Kreises Lippe und des ehemaligen Osteuropa-Beauftragten der Lippischen Landeskirche Pfarrer Miroslav Danys wurde Vydunas in Detmold mit einer Gedenkstunde an der "Burse", einem seiner beiden letzten Wohnorte in Detmold, jetzt geehrt. Seit 2013 erinnern in dem heutigen internationalen Studentenwohnheim eine Gedenktafel und eine Büste an sein Wirken in Detmold. Das litauische Folklore-Ensemble "Kankleliai" sorgte mit von Vydunas komponierten Liedern für den besonderen musikalischen Rahmen. In einem anschließenden Empfang im Detmolder Rathaus würdigten unter anderem der Europaabgeordnete Elmar Brok sowie Prof. Algimantas Kirkutis als Vertreter des litauischen Parlamentes (Seimas) die besondere Rolle von Vydunas für die litauische Geschichte und europäische Zukunft. Bürgermeister Rainer Heller betonte, dass mit den Veranstaltungen der diesjährigen Europawoche das Bewusstsein für das wertschätzende Zusammenleben zwischen den Völkern Europas unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen gefördert werden soll.

Die Europawoche 2018 wird finanziell unterstützt vom Minister für Europa und Bundesangelegenheiten sowie Internationales NRW. Mehr Informationen zur Europawoche 2018 finden sich unter www.detmold.de

Detmold feiert Europa

Europäischer Markt - Europa für alle Sinne - Genießen und Erleben
Samstag, 5. Mai von 10-14 Uhr

Unter dem Motto "Genießen und Erleben" fand der Europäische Markt am Samstag, 5. Mai von 10-14 Uhr an der Langen Straße und auf dem Platz vor dem ehemaligen Hertie-Gebäude statt. Bei strahlendem  Sonnenschein und blauem Himmel lockte das Angebot der internationale Gesellschaften und Detmolder Partnerschaftsvereine Hunderte von Menschen an ihre Stände. Kulinarische Genüsse aus Italien, Frankreich, Belgien, Litauen, Finnland, Griechenland, Armenien, Afghanistan und Deutschland sorgten für gute Stimmung  und luden ein zum Blick über die nationalen Tellerrände. Zu den besonderer Höhepunkten zählte das litauische Folkloreensemble "Kankleliai", das den Detmolder Bürgerinnen und Bürger das Liedgut von Wilhelm Storost Vydunas näher brachte. Stets zu musikalischen Scherzen aufgelegt zeigte sich auch ein Mitglied der Hasselter Stoopkes am Stand des Partnerschaftsvereins Detmold-Hasselt.

 

 


So klingt Europa – So klingt Litauen!

Die litauische Pianistin Sandra Urba.
Das Akkordeon-Ensemble der Johannes-Brahms-Musikschule.
Die Bläser der Johannes-Brahms-Musikschule.

Ein europäisches Konzert

"Ich möchte eine Sinfonie schreiben aus dem Murmeln der Wellen, dem geheimnisvollen Flüstern eines hundertjährigen Waldes, aus dem Funkeln der Sterne, aus unseren Liedern und meiner endlosen Sehnsucht"

Mikalojus Čiurlionis (1908) Litauischer Maler und Komponist

Klassische und Neue Musik aus Europa und Litauen stehen im Mittelpunkt eines europäischen Konzertes im Detmolder Sommertheater. Drei Ensembles der Johannes-Brahms-Musikschule lassen hineinhören in die vielfältige Musik Europas. Die litauische Pianistin Sandra Urba interpretiert Kompositionen von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911), Vytautas Bacevičius (1905-1970) und Anatolijus Šenderovas (geb. 21.08. 1945). M.K. Čiurlionis zählt zu den ersten litauischen Komponisten von internationalem Format, dem erst posthum in Litauen große Anerkennung zuteil wurde. Seine Werke wurden von dem Musikwissenschaftler und Politiker Vytautas Landsbergis katalogisiert, dem ersten litauischen Staatsoberhaupt nach der Unabhängigkeit 1990. Die Kompositionen Vytautas Bacevičius zählen zu den radikalen und modernistischen Strömungen in der Neuen Musik und Anatolius Šenderovas ist einer der bekanntesten Komponisten Litauens der heutigen Zeit; seine Stücke werden weltweit bei internationalen Musikfestivals gespielt.

Der kleine Streifzug durch Europa beginnt für die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Brahms-Musikschule mit der Komposition "Build", vorgetragen von dem Percussionensemble "Die Minis". Das Akkordeonensemble setzt seinen Schwerpunkt in Deutschland, genauer gesagt in Trossingen. Dort befindet sich mit dem Hohner-Konservatorium ein Zentrum der Akkordeonmusik, u.a. vertreten durch den Dozenten und Komponisten Hans-Günther Kölz. Sein Stück "Immer cool bleiben" erinnert ein wenig an das berühmte "Take Five" von Dave Brubeck erinnert. Der nächste deutsche Komponist ist wesentlicher bekannter, denn es handelt sich um Johann Sebastian Bach. Aus seiner französischen Suite c-moll - im Original für Cembalo, hier in einem Arrangement für Akkordeon solo - wird die Allemande zu hören sein. Wenn das Saxophonensemble einen Titel namens "Blueminded" interpretiert, kommt man vielleicht nicht sofort darauf, dass die nächste Station Österreich heißt. Von dort kommt jedoch Fritz Pauer, der Komponist dieses Stücks. Danach geht es mit "Subway" von Karen Street nach England. Für den Schlusspunkt bekommt das Saxophonensemble Verstärkung durch mehrere Klarinettisten. Gemeinsam spielen sie ein March Medley, das einen zeitlichen Rahmen von 200 Jahren durchschreitet. Das vom Leiter des Ensembles, Piotr Techmanski, zusammengestellte Medley erinnert daran, dass in Europa zwischen dem York'schen Marsch von Ludwig van Beethoven und dem Imperial March aus Star Wars schon sehr viel Marschmusik gespielt worden ist, und dass der Anlass dafür meist kein friedlicher war. Die Europawoche 2018 wird unterstützt vom Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Internationales NRW.

So klingt Europa - So klingt Litauen!
Ein europäisches Konzert

Sandra Urba (Klavier) und Ensembles der Johannes-Brahms-Musikschule

Samstag, 5.Mai 2018 um 20:00 Uhr
Sommertheater Detmold, Neustadt
Der Eintritt ist frei!

Zur Person von Sandra Urba

Es ist das tiefgründige Verständnis für die Musik, ihre starke Bühnenpräsenz und die präzise Art ihres Spiels, die Sandra Urba in die Riege der erfolgreichen Nachwuchspianisten hebt. Ihre musikalische Ausdrucksstärke ist erfrischend temperamentvoll, sehr feinsinnig und besticht durch Leichtigkeit und Transparenz. Sie überzeugt mit Interpretationen, die frei sind von Eitelkeit.

Geboren in eine Musikerfamilie, absolvierte Sandra Urba ihre Studien bei Anatol Ugorski, Alfredo Perl, Jacob Leuschner und Pavel Gililov. 2015 schloss sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ab. Zahlreiche Meisterkurse ergänzten ihre musikalische Ausbildung, u.a. bei Mikhail Voskresensky, Homero Francesch, Arie Vardi, Victor Merzhanov, Dmitry Bashkirov und Andras Schiff. Aktuell lehrt sie an der Hochschule für Musik in Detmold im Fach Klavier.


„Freiheit in Europa verteidigen! Wie wir den Kampf um die offene Gesellschaft gewinnen“

Vortragsveranstaltung /Diskussion mit Ralf Fücks

Das Vertrauen in die demokratischen Institutionen und europäischen Konzepte sinkt, populistische Demagogen haben Zulauf. Was liegt dieser antidemokratisch geprägten Revolte zugrunde und wie können wir ihr begegnen? Diesen Fragen geht Ralf Fücks, der Sozialwissenschaften, Ökonomie und Geschichte studierte, nach. Er verfolgt die langen Linien der Opposition gegen den liberalen europäischen Wertekanon und zeigt, dass der Rückzug in nationale Wagenburgen und die Abkehr von politischen Konzepten offener Gesellschaften nur in eine restaurative Vergangenheit führen können. Dagegen setzt Fücks seinen Appell für ein kulturell vielfältiges und liberales Deutschland und Europa.

Montag, 7.Mai um 19:00 Uhr
Rathaus am Markt, Großer Sitzungssaal, Marktplatz 5, Detmold
Eintritt frei!