Zentrale Gedenkfeier am 27. Januar und Gesamtprogramm

In Erinnerung an die Auschwitz-Befreiung 1945 finden auch in diesem Jahr wieder verschiedene Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Detmold statt. Den 27. Januar, den Jahrestag der Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz, hatte der Bundespräsident Roman Herzog 1996 zum "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus" erklärt. Roman Herzog wollte, dass die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht endet, sie soll auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.

In Detmold wird die zentrale Gedenkveranstaltung am 27. Januar in diesem Jahr vom Stadtgymnasium vorbereitet und durchgeführt

Den Flyer mit dem Rahmenprogramm finden Sie hier

Lesung mit Musik „Faschist werden – eine Anleitung!“

ACHTUNG WICHTIGER HINWEIS! 
DIE KOSTENLOSEN EINTRITTSKARTEN SIND ALLE RESTLOS VERGRIFFEN!

Freitag, 7. Februar 2020 um 19:30 Uhr

Ort: Rathaus am Markt, großer Sitzungssaal

  • Grit Asperger, Schauspielerin und Theaterpädagogin
  • Kim Efert, Jazzgitarre (Hochschule für Musik Detmold)
  • Patrick Hellenbrand, Schauspieler (Landestheater Detmold)

Veranstalter: Stadt Detmold in Kooperation mit der Buchhandlung Kafka&Co

Wichtiger Hinweis zum Einlass!

Der Eintritt ist frei! Aus organisatorischen Gründen erfolgt der Einlass aber nur mit Eintrittskarte. Die kostenlosen Eintrittskarten gibt es in der Buchhandlung Kafka&Co

Ja, die liberale Demokratie ist mühsam, fehlerhaft und instabil. Entscheidungsprozesse sind langwierig, kompliziert und teuer, politische Parteien oft kaum zu unterscheiden. So viele Beteiligte müssen gefragt, möglichst alle Minderheiten einbezogen werden. Wäre da eine volksnahe kraftvolle Führung mit großer Entscheidungsfreiheit nicht wirkungsvoller? Ist der Faschismus, der die Kräfte des Volkes bündeln will, nicht effizienter in der Durchsetzung zentraler Ziele für das gesellschaftliche Zusammenleben? Oder warum sonst wurden in jüngster Zeit so viele rechtspopulistische Regierungen gewählt?

Michela Murgia, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Italiens (Accabadora) hat eine provozierende Polemik über die italienische und europäische politische Gegenwart verfasst - durchaus aussagestark auch für Deutschland. Auch hier sollen politische Gegner, wenigstens rhetorisch, "gejagt" oder "entsorgt" werden. Geschichtsrevisionistische Vorstöße häufigen sich, sozial Schwache werden gegen Geflüchtete ausgespielt. Und: der Grat zwischen solidarischem und reaktionärem Denken ist oft schmaler als gedacht - auch in uns selbst.

Die Lesung mit Musik ist provokant, kritisch und selbstreflexibel, die - durchaus immanent logisch - faschistische Argumentationsmuster nachzeichnet und anregt, das eigene Denken und Empfinden damit abzugleichen. Diese konzise Herleitung faschistischer Denkmuster wird unterbrochen und gestört durch "unordentliche" oppositionelle Improvisationen auf der Elektrogitarre. Herz und Hirn sind gefordert. Die Veranstaltung wird organisiert von der Buchhandlung Kafka&Co in Kooperation mit der Stadt Detmold.