Sommermomente – Kultur im Schlosspark

Der Sommer kommt und dieses Jahr ist alles anders. In den letzten Monaten konnten, Corona bedingt, keine kulturellen Veranstaltungen stattfinden. Doch „es geht auch in diesem Sommer noch etwas“. In einer Kooperation zwischen dem KulturTeam der Stadt Detmold, der Stadthallen GmbH, der Stadtbibliothek und der Lippe Tourismus & Marketing GmbH ist die Veranstaltung „Sommermomente – Kultur im Schlosspark“ entwickelt worden.

In der Zeit vom 3. bis 26. Juli 2020 finden Veranstaltungen mit begrenzter Personenzahl statt. 
Mittwochs und freitags ist die Stadthallen GmbH für ein Programm mit Musiker*innen aus Detmold mit internationalen Gästen verantwortlich. Das KulturTeam der Stadt Detmold gestaltet donnerstags und samstags das Programm mit Theater und Musik für Kinder und Erwachsene. Sonntags lädt die Stadtbibliothek zu Autor*innenlesungen ein.

 

Im Schlosspark wird eine abgegrenzte Veranstaltungsfläche mit 100 nummerierten Sitzplätzen geschaffen, die den Regeln der aktuellen CoronaSchutzVerordnung entspricht. Für jede Veranstaltung muss ein Ticket über ADticket online oder die bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden; in dem symbolischen Ticketpreis von 2,50 € ist ein alkoholfreies Getränk pro Person enthalten. 

Weitere Programmpunkte finden Sie unter: https://www.detmold.de/index.php?id=2091

Lesung von Martina Bergmann

Mein Leben mit Martha - „Der literarische Bericht einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft“

Martina kümmert sich um Martha. Martha ist Mitte achtzig und in einer »poetischen Verfassung«. So nannte das Heinrich, der Mann, mit dem Martha fast vierzig Jahre lang zusammenlebte. Aber jetzt ist Heinrich tot, und Martina beschließt, sich der alten Dame anzunehmen, ohne mit ihr verwandt zu sein oder sie auch nur gut zu kennen. Oder ist es vielmehr Martha, die sich Martina ausgesucht hat? So genau ist das nicht mehr auszumachen, aber es ist auch nicht wichtig, weil sie nämlich beide glücklich sind, so wie es ist. Martina Bergmann tritt in ihrem ebenso klaren wie empathischen Bericht den Gegenbe-weis dafür an, dass die Betreuung eines dementen Menschen eine Bürde sein muss. Sie schildert, wie es sich anfühlt, mit jemandem zusammenzuleben, der trotz seiner Einschränkungen klug und humor-voll, ja geradezu hellsichtig ist. Ein glänzend geschriebenes Plädoyer für das würdevolle Zusammenleben der Generationen. Und ein bewegendes Portrait zweier unkonventioneller Frauen.

Sonntag, der 05. Juli 2020 um 11:00 Uhr

Lesung mit Robert C. Marley & Shankari Susanne Hill

"Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper - ein viktorianischer Krimi"

London, East End, 1888: Ein unheimlicher Killer, der sich selbst Jack the Ripper nennt, verübt im Stadtteil Whitechapel eine bis dahin beispiellose Mordserie, der ausschließlich Prostituierte zum Opfer fallen. Scot-land Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Doch alle Ver-suche, Licht ins Dunkel zu bringen, scheitern. Selbst so bekannte Autoren wie Oscar Wilde und Lewis Carroll (Alice im Wunderland) geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen. Und was ist dran, an den Ge-rüchten, das Königshaus selbst habe seine Finger im Spiel? Auch diesen Hinweisen geht Chief Inspector Swanson nach … Robert C. Marley, Autor und Sprecher (Hörbuch, Werbung, Radio und TV), hat sich dem viktorianischen Kriminalroman „verschrieben“. Seine preisgekrönten Romane um den Londoner Chief Inspector Donald Swanson sind bestens recherchiert und dabei „very british“. Gemeinsam mit der Komponistin, Musikerin und Schauspielerin Shankari Susanne Hill, die die szenische Lesung atmosphärisch begleitet (Geige & Stimme), entführt uns Marley ins neblige London der 1880er Jah-re. Ein Hörerlebnis auf literarisch-musikalisch hohem Niveau erwartet die Besucher.

Sonntag, der 12. Juli 2020 um 11:00 Uhr

Lesung: Sandra Lüpkes

„Die Schule am Meer“

Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert? 

Sonntag, der 19. Juli 2020 um 11:00 Uhr

Lesung mit Sandra Brökel

„Das hungrige Krokodil“

Wo ist meine Heimat? Wohin gehöre ich? Prager Frühling 1968: Wie viele andere Tschechen schöpft Pavel Vodák Hoffnung. Hoffnung auf einen menschlicheren Sozialismus, auf Reformen, auf Freiheit. Dann rollen die Panzer der „sozialistischen Bruderstaaten“ an und machen all seine Träume mit einem Schlag zunichte. Für die Machthaber ist er nichts weiter als ein Gegner des Regimes. Pavel sieht keinen Ausweg. Er muss sein geliebtes Heimatland verlassen. Hinter dem Eisernen Vorhang erwartet ihn eine ungewisse Zukunft. Wie hoch darf der Preis für die Freiheit sein? Dieser Roman erzählt die wahre Geschichte von Dr. Pavel Vodák (1920-2002): vom Zweiten Weltkrieg über den Prager Frühling bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Hautnah erlebt der Sohn einer deutschen Mutter die Gräueltaten der Nazis, die Befreiung und die Härte der neuen Machthaber. Die Flucht selbst und die Entscheidung, seine Heimat zu verlassen, sind für Pavel kaum auszuhalten. Denn er nimmt seine Frau, seine schwerkranke Schwiegermutter und seine Tochter mit. Ausgerechnet Deutschland – das Land der Täter – ist bereit, ihn aufzunehmen und seine aka-demischen Abschlüsse anzuerkennen. Es ist ein Roman über die zentralen Themen: Identität, Mut zum Widerstand, Menschlichkeit und nicht zuletzt eine berührende Geschichte über Vertrauen und Verzeihen können. Eine Geschichte, die exemplarisch für das Schicksal vieler Tschechen steht und nicht zuletzt für die Annäherung und Aussöhnung von Tschechen und Deutschen. Ganz allgemein betrachtet ist „das hung-rige Krokodil“ ein Stück europäischer Geschichte. Vom Zweiten Weltkrieg über die Teilung Europas (hier besonders: 1968, Prager Frühling) bis hin zum Fall des Eisernen Vorhangs.

Sonntag, der 26. Juli 2020 um 11:00 Uhr