März 2017

Nicolas Barreau:

Das Cafe der kleinen Wunder

Das Buch finden Sie im 1. Obergeschoss unter Neue Frau Barr

Eleonore Delacourt ist 25, mag alte Bücher, liebt die Langsamkeit, misstraut schönen Männern, ist heimlich in ihren Philosophieprofessor verliebt, glaubt an Zeichen und würde niemals, nie und unter keinen Umständen ein Flugzeug besteigen. Und leider ist Nelly, wie sie sich selbst nur nennt, nicht so beherzt wie die geliebte Großmutter aus dem bretonischen Finisterre, die ihr einen alten Granatring hinterlassen hat, in dem AMOR VINCIT OMNIA steht. Auf jeden Fall ist Nelly nicht der Typ, der an einem kalten Januarmorgen alle Ersparnisse abhebt, eine rote Handtasche kauft, das winterliche Paris verlässt und einfach so mit dem Zug davonfährt - nach Venedig. Aber manchmal passieren Dinge im Leben. Dinge wie ein schlimmer Husten und ein noch schlimmerer Liebeskummer. Dinge wie ein rätselhafter Satz in einem alten Buch ... Warum in Venedig dann alles ganz anders ist als erwartet, warum es durchaus einen Sinn haben kann, seine Handtasche in den Canal Grande fallen zu lassen, sich einem unverschämt gutaussehenden Venezianer anzuvertrauen und überhaupt ganz und gar den Boden unter den Füßen zu verlieren, erzählt diese entzückende Liebesgeschichte, die ihre Leser mitnimmt auf eine Reise von Nord nach Süd und geradewegs in ein kleines Café, in dem Geheimnisse warten und Wunder möglich sind.

Anganeta Richert

Februar 2017

 

Jimmy Nelson:

Before they pass away

teNeues, 2015

ISBN 978-3-8327-3318-6

Standort: 3. Obergeschoss

Geschichte

Edl Nels

 

Ein wunderschöner Bildband über ein trauriges Thema: das Verschwinden der Völker- und Kulturenvielfalt. Entweder werden ganze Völker physisch vernichtet, oder durch die alles okupierende "Zivilisation" einer "Gleichmacher-Gehirnwäsche" unterzogen.

Jimmy Nelson hat unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen, die sich ihre eigene Kultur noch bewahrt haben, besucht und fotografiert.

Bildgewaltig erzählt er damit die Geschichte und Lebensweise dieser Völker und führt uns deren Einzigartigkeit und Schönheit vor.

Tauchen Sie ein in eine für uns fremde, archaische Welt und hoffen Sie mit mir, das diese Welten doch noch eine Chance haben.

Januar 2017

Isabel Abedi

Die längste Nacht

Arena Verlag

ISBN 978-3-401-06189-4

Standort: 1 OG /Jugendromane / Familie

 

Die ganze Familiengeschichte – ein Schweigen.

Eigentlich hatte Vita ja noch eine große Schwester, aber über die spricht man nicht. Wie über so vieles andere auch nicht. Nach der Schule will Vita einfach nur weg – so weit wie möglich dem Schweigen entkommen und einmal unbeschwert sein. Mit 2 Freunden im Bulli einmal durch Europa fahren.

Nun endlich ist es soweit – die Fahrt geht los. Erstes Traumziel ist Italien. Und ausgerechnet hier fällt Vita mitten in ihre Familiengeschichte. Der Tod ihrer Schwester verdunkelte nicht nur ihr Leben sondern das einer ganzen italienischen Ortschaft. Zusammen mit ihrer Zufalls?-Bekanntschaft Luca versucht Vita gegen den Wiederstand vieler Menschen ihre eigene Vergangenheit aufzurollen!

Wie in einem Krimi finden sich immer mehr Bruchstücke und Indizien und am Ende steht die „nackte“ Wahrheit – und nur die Wahrheit befreit!

Ein spannendes Aufrollen wünscht Susanne Brasch

Dezember 2016

Portal 2

Valve Corp.

2011

Standort: 1. OG Xbox

In Portal 2 schlüpft man in die Rolle von Chell, die in einer Testanlage des Forschungsunternehmens Aperture Science aufwacht. Die Anlage ist zerfallen und lässt den Schluss nahe, dass man bereits eine ganze Weile schlafend dort verbracht hat. Auch die Natur holt sich seinen Platz wieder und das Gebäude droht jederzeit einzustürzen. Das Ziel ist es jetzt aus der Anlage zu fliehen.

Das klingt jedoch leichter als es ist, denn man muss dafür sogenannte Testkammern absolvieren. In den Kammern sind jeweils andere Rätsel und die muss man mit Geschick, Logik und Timing lösen, um weiterzukommen. Dabei trägt man die ganze Zeit eine Portal Gun mit sich, mit der man zwei verschiedene Portale auf Wänden, Böden und Decken erstellen kann. Wenn man durch eines der Portale geht, kommt man durch das andere wieder heraus. Doch je weiter man kommt, desto schwieriger werden die Rätsel und um es noch ein wenig schwieriger zu machen, gibt es Würfel, Gele, Prismen etc. die man zusätzlich benutzen muss und den feindlichen Computer GlaDOS, der es auf einen abgesehen hat. Dieser versucht einen am Herauskommen zu hindern und man wird von ihr während der Rätsel kritisiert und mit fiesen Sprüchen schikaniert.

Die Geschichte wird durch trockenen Humor und viel Sarkasmus erzählt. Begleitet wird man nämlich von einem kleinen Roboter, der einem immer wieder kleine Teile davon gibt, während man die Anlage erkundet. Doch auch durch Info-Tafeln und Bildschirme werden einem viele Details näher gebracht. Der Gründer erzählt einem noch von den Anfängen des Forschungsunternehmens und gibt Einblicke, wie es hinter den Kulissen abgelaufen ist. So erfährt man immer mehr, aber nur gerade so viel, dass man die Zusammenhänge Stück für Stück versteht und nicht schon das große Ganze verraten wird.

Möchte man nach der Geschichte jedoch noch weiter spielen kann man dies nun auch in einem zusätzlichen Koop-Modus. Man setzt sich also mit einem zweiten Spieler an eine Konsole und steuert zwei Roboter durch eine Geschichte, die nichts mit der Hauptgeschichte zu tun hat. Die Rätsel sind dadurch aber nicht weniger schwer; ganz im Gegenteil. Dadurch, dass man nun vier Portale setzen kann, muss man noch mehr "um die Ecke denken".

Ob nun alleine oder zu zweit; das Spiel macht unheimlich viel Spaß. Wer gerne rätselt und rumprobiert, Sarkasmus und schwarzen Humor mag, wird hier bestens bedient.

Viktoria Opp

November 2016

Jens Andersen:

Astrid Lindgren

*Ihr Leben*

DVA

ISBN 978-3-421-04703-8

Standort: 1. Obergeschoss

Pyk Lindgren

 

 

Wer kennt sie nicht, die Kinderbücher Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Madita, Lotta, Kalle Blomquist, Die Kinder aus der Krachmacherstraße usw.

Es gibt viele beeindruckende weibliche Autorinnen... Aber keine Erzählerin hat mich so beeindruckt wie Astrid Lindgren. Sie versteht es, sich für die Schwachen und Kleinen einzusetzen und das Leben in sehr einfache und wunderschöne Worte zu fassen.

Vor dem Hintergrund der schwedischen Kulturgeschichte im 19./20. Jahrhundert schreibt der Autor Jens Andersen (dänischer Journalist und Schriftsteller, u. a. hat er als Redakteur der Kulturredaktion der Tageszeitung "Berlingske Tidende" gearbeitet) über das Leben und Werk Lindgrens.

Für dieses Buch sichtete Andersen die Archive und es gelingt ihm ganz wunderbar, zahlreiche Bilder wie auch Zitate und Briefausschnitte einzuarbeiten. Briefe, die sie im Laufe ihres Lebens geschrieben hat, von ihrer Jugend, über Pippi bis zu den Briefen an Politiker, werden erwähnt und oftmals durch Ausschnitte genauer beschrieben. Mit den Rechten für Frauen und Kinder musste sich Astrid Lindgren schon als Achtzehnjährige auseinandersetzen. Ein Skandal, sie wurde Mutter eines unehelichen Sohnes und bricht fluchtartig nach Stockholm auf. Ein Teil ihres Lebens, über das sie in der breiten Öffentlichkeit erst mit 70 Jahren sprach! Diese ausführliche Darstellung im Buch hätte ihr sicherlich nicht gefallen. Einmal mehr erweist sich Andersen als großer biografischer Schriftsteller. Er beschreibt das Leben eines modernen Menschen, einer Frau des 20. Jahrhunderts.

Beim Lesen der Biografie hat man das Gefühl, ein Buch von Astrid Lindgren in den Händen zu halten. Großzügig, warm und voller Einsicht und Liebe. In dieser kenntnisreichen Biografie kann man, wenn man sich darauf einlässt, Astrid Lindgren noch einmal erleben.

Nach diesem Buch weiß ich noch viel mehr über eine meiner Lieblingsautorinnen.

Empfehlung von

Margarete Krause

Oktober 2016

Victoria Schwartz

Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde

ISBN 978-3-7645-0536-3

Blanvalet Verlag

Standort: 3. OG Mcl 1 Schwar

 

 

Victoria Schwartz ist Mutter von zwei Söhnen und in sozialen Netzwerken sehr aktiv. Beim Sozialen Netzwerk Twitter bekommt sie eines Tages einen neuen „Follower“ – Kai - und lässt sich auf eine Internet Bekanntschaft ein. Aus unzähligen Nachrichten werden lange Chatverläufe, daraus entwickeln sich stundenlange Telefonate bis schließlich so etwas wie eine Internet-Liebe zwischen beiden entsteht. Kai ist gutaussehend, hat interessante Hobbys und ein aufregendes Leben. Wenn er nicht in Münster arbeitet, verbringt er seinen Urlaub auf Jamaika, bei der Familie seines Vaters oder in Amerika, bei der Familie seiner Mutter. Auf jeden Fall will er Victoria unbedingt treffen, ihre Söhne kennen lernen und Zeit mit ihr verbringen. Doch irgendwie kommt ein Treffen nie zustande. Das Telefonieren über Skype klappt meistens nicht, weil seine Kamera nicht richtig funktioniert! Und die Adresse, die er ihr in Münster angegeben hat, scheint nicht richtig zu sein. Immer öfter tauchen Ungereimtheiten in seinen Geschichten auf. Manchmal ist er tagelang nicht erreichbar. Victoria wird immer skeptischer und weiß nicht mehr, was sie ihm noch glauben soll. Sie fängt an zu hinterfragen und im Internet zu suchen. Schließlich deckt sie seine große Lüge auf und erkennt, dass sie von Anfang an betrogen wurde. Und sie ist nicht die Einzige.

Victoria Schwartz erzählt aus eigener schmerzlicher Erfahrung, wie sie von einem sogenannten Realfake betrogen wurde. Hinter ihrer einstigen Internet-Liebe Kai steckte letztendlich eine ganz andere Person. Geschichten, Fotos, Videoaufnahmen- alles, was sie von ihm bekommen und gesehen hat, waren geklaute Daten anderer Personen.

Privatsphäre im Internet, Sicherheitseinstellungen in sozialen Netzwerken… das sind keine Fremdwörter in der heutigen Zeit. Und trotzdem nehmen es viele Menschen nicht ganz so ernst, wenn es um eigene Fotos und Videos geht. Victoria Schwartz erzählt, wie und warum fremde Menschen das für eigene Zwecke nutzen und wie man sich davor schützen kann.

Eine wahre und gruselige Geschichte, weil sie jeden betrifft, der sich in sozialen Netzwerken aufhält.

Jennifer Dirks

 

 

September 2016

Lichter, Horst

"Die Lust am Kochen!"

München: Gräfe und Unzer Verlag

ISBN: 978-3-8338-4540-6

Standort: Xeo 2 Lust / 2 OG

 

"Wenn man seine Kindheit bei sich hat, wird man nie älter." Diesen wunderbaren Satz von J.W. Goethe zitiert Horst Lichter in seinem Buch: "Die Lust am Kochen! Da ist sie wieder!"

Und zwar ist das der Abschlusssatz des Buches.

Romantisch und voller Liebe schwelgt der Autor in der Vergangenheit seiner Kindheit.

Die unglaublich leckeren Gerichte: aus Obst und Gemüse, frisch vom Markt. Ein ganzes Kapitel ist der Kartoffel gewidmet. Lesend, duftet die gebackene Kartoffel uns in der Vorstellung in die Nase.

Das Rezept mit den perfekten Bratkartoffeln dürfte wohl niemanden gleichgültig lassen. Die Kartoffelkürbis-Suppe mit scharfer Wurst ist unwiderstehlich.

Das Gemüse der Region: Blumenkohl, Bohnen, Linsen mit Birnen zubereitet, ist die beste Grundlage zur gesunden Ernährung. Und was ist mit den eingelegten Radieschen, süss-scharfen Gewürz-Tomätchen?

Mit besonderer Zuwendung widmet sich der berühmte Koch dem Thema: Ei - kein Fleisch, und doch vom Huhn... Die Idee, alle Produkte frisch vom Bauern zu kaufen verfolgt Lichter besonnen und konsequent. Selbstgemachter Eierlikör ist wesentlich bekömmlicher, als der gekaufte... Dann der Eierlikörgugelhupf mit Schokolade, den müsste man einfach ausprobiert haben...

Im vorletzten Kapitel handelt es sich um Fleisch und die Beilagen dazu.

Ein Paar Ideen für den herrlichen Nachtisch laden ein zur Schlemmertafel von Horst Lichter.

Im Vorwort nutzt der Autor das deutsche Sprichwort: "Wozu der Mensch Lust hat, dazu hat er auch Andacht."

Wie einfach und gesund sind Ideen und Gedanken der Menschen, die mit sich und der Umwelt im Reinen sind. Der Eindruck entsteh allemal, beschäftigt man sich mit den Rezepten und Themen des

Rheinländers, der sich Zeit zum Einkaufen, Kochen und für Menschen nimmt...

Viel Vergnügen und gutes Gelingen beim Nachkochen

F. Teichrieb

 

August 2016

Kristian, Giles

Götter der Rache

München : Heyen, 2015

ISBN-10: 3-453-43824-8

Norwegen, A. D. 785: Der Wikingerclan unter Führung von Jarl Harald zieht für ihren König Gorm in die Schlacht: Drachenboot gegen Drachenboot. Doch der verräterische König lockt Harald und seine Mannen in eine tödliche Falle. Ihr Dorf wird vernichtet, Frauen und Kinder niedergemetzelt oder in die Sklaverei gegeben. Nur wenige entkommen, darunter Sigurd, der jüngste Sohn Haralds. Fortan widmet Sigurd sein Leben der Vergeltung. Er trotzt seiner Jugend und kann, Dank des Einflusses seines Onkels Olaf, aus den überlebenden Kämpfern seines Clans eine schlagkräftige Truppe bilden. Gejagt von den Häschern des Königs, sammelt er im Verlauf seines Rachefeldzuges weitere Mitstreiter, die um der Ehre oder auch nur der Beute willen, mit ihm ziehen. Giles Kristian erzählt eine spannende und ziemlich blutrünstige Geschichte, in der manche Protagonisten nicht lange leben. Es ist eine Geschichte über Rache und Feindschaft, über Loyalität und Treue, über Gottesfurcht und Götterglaube. Dabei sind die Charaktere gut herausgearbeitet und auch der (etwas schwarze) Humor kommt nicht zu kurz. Beim Lesen der Geschichte erinnern sich vielleicht einige Leser an den Film „Die Wikinger“ mit Kirk Douglas, Tony Curtis und Ernest Borgnine. Kurz: Helden, die vor nichts zurückschrecken und am Ende in einer fulminanten Schlacht die schöne Schwester aus der Gewalt des Feindes befreien.

M. Piche

Standort: 1. OG Romane „Abenteuer“

 

 

 

Juli 2016

Jarawan, Pierre:

Am Ende bleiben die Zedern

Berlin-Verl. 2016

ISBN:978-3-8270-1302-6

Samir ist ein in Deutschland geborener Junge libanesischer Eltern, die Anfang der 80er Jahre geflüchtet sind. Für Samir ist der Vater die absolute Hauptfigur in seinem jungen Leben, da dieser dem Jungen wunderschöne Geschichten erzählen kann und so das Heimatgefühl Libanon nahe bringt. Doch als Samir 8 Jahre alt ist, verschwindet der Vater über Nacht und Samirs Welt bricht zusammen. Dieser Verlust bestimmt sein ganzes weiteres Leben, denn auch Nachforschungen von Freunden und Polizei haben keinen Erfolg. 20 Jahre später fährt Samir in den Libanon, denn er vermutet seinen Vater hier. Er sucht allerdings nicht nur seinen Vater, sondern auch den Libanon, wie er ihn aus den Geschichten seines Vaters kennengelernt hat.

Immer dabei hat er das Tagebuch seines Vaters und ein Dia, das er ihm stibitzt hat. Nach und nach sucht er die Orte auf, die für seinen Vater wichtig waren und erfährt so viel über die Geschichte des Libanon, wobei er in dem Taxifahrer Nabil einen guten, kundigen Begleiter hat, der ihm die politische und gesellschaftliche Lage des Landes näherbringt.

Der Roman hält viele Überraschungen bereit, die sich gut zusammenfügen. Der Autor schafft ein gutes Gleichgewicht aus individueller Familiengeschichte, dem Bürgerkrieg im Libanon und auch die aktuelle Flüchtlingssituation. Dieser Roman ist eine spannende, einfühlsame und schöne Geschichte, der gleichzeitig auch Geschichtsunterricht über den Libanon erteilt.

Ich hatte die Gelegenheit den Autor bei seiner Buchvorstellung selbst zu erleben und konnte sehen, wie er sich mit seiner Hauptfigur identifiziert und sehr emotional erzählt.

Unbedingt lesen!

Helga Schüte

Standort: Romane 1. Obergeschoss / Andere Länder

Juni 2016

Queen Elizabeth II. und die königliche Familie

München: Dorling Kindersley, 2016

ISBN: 978-3-8310-3034-7

Sie ist die weltweit am längsten amtierende Regentin und hat während dieser Zeit unter anderem zwölf britische Premierminister und sechs Päpste erlebt, ungefähr 117 Länder bereist und dabei ca. 1,7 Millionen Kilometer zurückgelegt. Sie hat in ihrem Leben mehr als 30 Corgis besessen und ist die am meisten fotografierte Frau der Welt. Am 21. April diesen Jahres ist Queen Elizabeth II 90 Jahre alt geworden. Keine Persönlichkeit hat das Bild Großbritanniens in den vergangenen Jahrzehnten so geprägt wie Elizabeth II. Trotz ihres Lebens in der Öffentlichkeit ist Elizabeth aber auch Mutter und Ehefrau, Oma und Uroma. Außerdem ist sie eine Frau, die eigentlich nie hätte Königin werden sollen, dieses Amt nun aber schon seit über 64 Jahren ausübt.

Nun erschien anlässlich des runden Geburtstags von Queen Elizabeth II. im April 2016, eine opulent bebilderte Familienchronik der Königsfamilie Windsor. Der Bildband führt den Leser auf eine Reise durch die Geschichte des Hauses und er erfährt alles zur royalen Familie, ihren Vorfahren und Palästen. Detaillierte Informationen, Porträts der wichtigsten Mitglieder des Königshauses und zahlreiche Sonderseiten geben Einblick ins Privatleben von Queen Elizabeth, Prinz Charles, Herzogin Kate & Co. Über 400 zum Teil unveröffentlichte Abbildungen und Fotos der Royal Family und ihrer Besitztümer runden das Buch ab.

Wer sich also pünktlich zur Trooping the Colour Parade, der offiziellen Geburtstagsparade der Queen, Mitte Juni noch etwas vorbereiten möchte, dem sei dieser Bildband wärmstens ans Herz gelegt.

Viel Spaß beim Lesen und Angucken wünscht

Christine Goedecke

Standort: Eyk Elisabeth - 3. Obergeschoss

Mai 2016

Tommy Krappweis:

Mara und der Feuerbringer

Standort:

Kinderbücherei

Fantasy & Mystery 10-12 J.

 

Die 14-jährige Mara wäre am liebsten eines: unauffällig. Ein ganz normales Mädchen. Stattdessen erlebt sie immer wieder aus heiterem Himmel Tagträume, die der Grund für ständige Hänseleien in der Schule sind.

Doch gerade, als sie beschließt, ihr Leben zu ändern, passiert etwas völlig Unglaubliches: Mara erfährt von einem sprechenden Zweig, dass sie eine der letzten Seherinnen ist- eine Spákona.

Und nur sie mit ihrer besonderen Gabe kann verhindern, dass sich der Halbgott und Dämon Loki von seinen Fesseln befreit und zu einer Gefahr für die ganze Welt wird.

Doch ist Loki wirklich der Böse, für den er gehalten wird? Unterstützt von einem Professor begibt sich Mara in das Reich der germanischen Mythologie.

Ein klasse Fantasy-Roman, nicht nur für Kinder. Ich habe ihn geradezu verschlungen, und war froh, dass es in der Bücherei auch Band 2 ("Todesmal") und Band 3 ("Götterdämmerung") gibt. Aber wichtig: In der richtigen Reihenfolge lesen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Britta Grabbe

 

April 2016

Klink, Vincent:

Sitting Küchenbull,

gepfefferte Erinnerungen eines Kochs

Das Buch finden Sie bei uns im 2. Obergeschoss unter Wyk K

Am Ende des Buches möchte man bei einem imaginären Kellner am liebsten einen Nachschlag verlangen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Dieser Sterne- und Fernsehkoch schreibt besser als die meisten Menschen, die mit Schreiben ihr Geld verdienen." Süddeutsche Zeitung

Kann man mit einer unaufgeregten Biographie eine aufregende Autobiographie schreiben?

Der Meisterkoch Vincent Klink hat die Probe aufs Exempel gemacht - unter erschwerten Bedingungen, denn er blickt wirklich nicht gerade auf einen abenteuerlichen Lebensweg zurück. Es ist vielmehr ein grundsolider schwäbischer Werdegang, nicht exotischer als eine Flädlessuppe, nicht draufgängerischer als eine Maultasche.

Klink hatte eine Jugend in den besseren Ständen von Schwäbisch Gmünd, erlebte eine stumpfsinnige Zeit bei der Bundeswehr, katastrophenfreie Lehrjahre bei einem badischen Spitzenkoch und in einem Münchner Traditionshaus, bekam sein erstes Restaurant vom Vater im Elternhaus eingerichtet und für das zweite in Stuttgart fast wie aus heiterem Himmel einen Michelin-Stern; dazwischen gab es kulinarische Erweckungserlebnisse bei vielen Meistern der Haute Cuisine.

"'Gastronomie, mein Sohn, das ist genau das Richtige für dich', sprach der Papa, und ich senkte willig das Haupt, denn gegen meinen Vater hatte ich mich nie durchsetzen können, und obendrein war er der Stärkere. Denn auch das hatte Papa gesagt: 'Koch ist der elendste Beruf, wenn du mittelmäßig bist, aber es ist der schönste Beruf, wenn du gut bist."

Vincent Klink ist alles andere als der Glamourboy der deutschen Kochszene - und hat trotzdem eine aufregende Autobiographie geschrieben, deren Stärke gerade in ihrer Unaufgeregtheit liegt.

Unbedingt lesen! Und lachen!

A. Richert

März 2016

Anna Schindler & Billy Bock

Ein Glas Zeit

ISBN 978-3-95882-002-9

Oetinger34

Das Bilderbuch „Ein Glas Zeit“ handelt von dem kleinen Mädchen Zoe und der Zeit. Zeit, ja aber was ist das eigentlich? Wann hat man schon Zeit? Wann nehmen wir uns Zeit? Und wofür nehmen wir uns Zeit?

Die kleine Zoe möchte mit ihrer Schwester Luise spielen, doch die macht gerade Hausaufgaben und hat keine Zeit. Zoe möchte mit ihrem Bruder Laurenz spielen, aber der hört Musik. Daraufhin geht Zoe zu ihrem Papa, aber der Papa kocht und hat keine ebenfalls Zeit. Zum Schluss geht Zoe zu ihrer Mutter, doch die telefoniert und hat auch keine Zeit. Was nun? Zoe entscheidet sich, in den Park zu gehen und allein zu spielen. Dort sieht sie den alten Alfred entspannt auf einer Bank sitzen und in den Himmel schauen. Zoe setzt sich zu ihm und unterhält sich mit ihm über das Wetter. Sie will von ihm wissen, woher er denn wisse, dass es bald Regen gäbe. „Weil ich mir Zeit nehme, das Wetter zu beobachten“, sagt Alfred. „Dann hast du also Zeit?“, fragt Zoe. Und Alfred antwortet, „Ja, er habe Zeit und eigentlich sogar zu viel davon.“ Da kommt Zoe eine Idee. Sie könnte ja die Zeit, die Alfred übrig hat, ihrer Familie mitbringen, damit die Zeit haben, mit ihr zu spielen. Die beiden verabreden sich für den nächsten Tag, an dem Zoe ein leeres Marmeladenglas mitbringt. In dieses füllen sie Alfreds Zeit. Als Zoe dann zum Abendessen, das mit Zeit gefüllte Marmeladenglas auf den Tisch stellt, sagen alle nur, da ist ja gar nichts drin. Also erzählt Zoe, dass es sich um ein Glas voll Zeit vom alten Alfred handele, denn er habe soviel davon und ihre Familie sowenig. Erst da wird der ganzen Familie bewusst, dass sie viel zu wenig Zeit miteinander verbringen. Zoe öffnet das Glas und fragt: „Habt ihr jetzt Zeit?“ und sie antworten, ja, sie könnten jetzt zusammen spielen und das tun sie dann auch.

Diese Geschichte dürfte so mancher Familie einen Spiegel vor Augen halten. Verhalten wir uns nicht viel zu oft genauso wie es im Bilderbuch beschrieben steht? Doch haben diese wichtigen Dinge, die wir erwähnen nicht vielleicht doch noch etwas Zeit? Ist das Spielen mit unseren Kindern momentan nicht doch wichtiger?

Ich finde, dass diese philosophische Geschichte über die Zeit, die wir zwar haben, uns jedoch nicht nehmen, in uns Denkprozesse anregt und Verhaltensmuster vor Augen führt, die uns allzu oft die wirklich wichtigen Dinge wie Familienzusammenhalt und gemeinsame Erlebnisse vergessen lassen. Kommen auch Sie zum Nachdenken und lesen Sie gemeinsam mit ihren Kindern oder Enkelkindern dieses tolle Bilderbuch. Nehmen Sie sich die Zeit, es lohnt sich!

Katja Blume

Standort: Erdgeschoss

Signatur: Bilderbuch (roter Punkt)

Februar 2016

Judith Kubitschek, Judith Kühl

Maggie Gobran – Die Mutter Theresa von Kairo

ISBN 978-3-86334-046-9

Adeo Verlag

 

Maggie Gobran ist Tochter eines bekannten und geschätzten Arztes in Kairo, kommt aus einer der reicheren Familien der Mittelschicht und arbeitet als Informatikprofessorin in der besten Universität Ägyptens. In ihrer Familie war immer schon die Hilfe für die ärmeren Menschen ein Bestandsteil des Lebens. Doch erst mit 34 Jahren, als Mutter von zwei Kindern, wird ihr bewusst, wie arm viele Menschen wirklich sind. Sie fängt an, sich Gedanken zu machen, knüpft Kontakte zu Menschen, die ihren Lebensstandard für die sogenannten „Müllmenschen“ aufgegeben haben und tut es ihnen gleich. Mit ganzem Herzen setzt sie sich vor allem für die Kinder ein, besucht regelmäßig Familien, die im Müll leben, organisiert Wochenend-Camps, bei denen die Kinder sich sattessen, duschen und spielen können. Maggie klärt ebenfalls die Eltern über Hygiene, gesundes Essen und Schulbildung auf.

Innerhalb von drei Jahren hat sie ein Team von über hundert ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammengestellt, die ihre Zeit und Liebe den Menschen schenken, die sie am nötigsten haben. Denn für die Kinder ist nicht nur der Geldmangel eine Not. Viele leiden unter Gewalt und sexuellen Misshandlungen durch Familienmitglieder oder Nachbarn. „Viele arme Menschen rutschen in die Dunkelheit, weil sie in solch einer finsteren Atmosphäre leben…“. Schließlich gründet Maggie Gobran die Hilfsorganisation „Stephen´s Children“, eröffnet Kindergärten und Schulen, um so vielen Kindern wie möglich eine Chance auf eine bessere Zukunft zu schenken. Hier arbeiten inzwischen viele Erwachsene, die früher selbst im Müll gelebt haben und von „Mama Maggie“ aufgenommen wurden.

Schon zum fünften Mal ist Maggie Gobran für den Friedensnobelpreis nominiert worden, im letzten Jahr ist sie sogar unter den letzten zehn Kandidaten. "Ich verdiene eine solche Ehrung nicht", sagt sie, "die Kinder, die jeden Tag hungrig sind, die verdienen den Preis. Wir wollten den Armen helfen, dass sie ein besseres Leben haben, aber sie haben uns geholfen, bessere Menschen zu sein."

Ein bewegendes und aufrüttelndes Buch.

Jennifer Dirks

 

Standort: 3. OG Signatur: Kyk Gobran, M

 

 

Januar 2016

Steve Smallmann: Wenn ich groß bin,werde ich Fledermaus


Mausekind Flip sieht das erste Mal eine Fledermaus
- und ist hin und weg.
Wenn ich groß bin werde ich Fledermaus,
sagt er zu seiner Mama.
Um schon mal zu üben, bastelt er sich Flügel aus Pappe. Seht selbst, wie es ihm ergeht!
Und dann begegnet er auch noch einer echten Fledermaus …!

Ein liebevolles Bilderbuch für alle Bastler, Entdecker, alle Junggebliebenen und natürlich auch für Kinder!


Susanne Brasch

Standort:Kinderbücherei
Bilderbuch (blauer Punkt) im Erdgeschoss